
Der AWO Kreisverband Passau hat jüngst bei seiner turnusmäßigen Kreiskonferenz nicht nur die Vorstandswahlen absolviert, sondern auch einige politische Positionierungen beschlossen. Zum einen reagierte das Gremium der Arbeiterwohlfahrt auf die Überlegungen aus CDU/CSU, den Pflegegrad 1 abzuschaffen. Hierzu hat der alte und neue Vorsitzende der Kreis AWO, der Passauer Stadtrat Johannes Just, eine Resolution eingereicht, die einstimmig beschlossen wurde. Hierin wird vor allen Dingen betont, dass der Pflegegrad 1 eine wichtige Errungenschaft in der Gesundheitsversorgung sei, weil dieser erstmals dementiell erkrankte Personen adäquat in der Pflegeversicherung abbildet. Von den daraus resultierenden Leistungen und Förderungen profitieren in Deutschland rund 860.000 Personen, oftmals zuhause versorgte Seniorinnen und Senioren mit einer bedeutenden Lebensleistung für Staat und Gesellschaft. „Genau bei dieser Personengruppe den Rotstift anzusetzen, ist moralisch fragwürdig und politisch wenig integer, sind doch genau sie auf die Hilfe unseres Sozialstaats angewiesen“, so der Vorsitzende Johannes Just.
Desweiteren beschäftigte sich die Arbeiterwohlfahrt mit den anstehenden Kommunalwahlen 2026. Auf Antrag von Bezirks-Revisor Wolfram Plischke beschloss die Konferenz die Empfehlung der Wahl der Parteien und Wählergemeinschaften, die sich zur demokratisch freiheitlichen Grundordnung und dem Wert der Solidarität bekennen. Der Beschluss ist in klarer Ablehnung zur AfD zu verstehen, die den Werten der Arbeiterwohlfahrt diametral widerspricht. Die AWO definiert sich nämlich seit Gründung 1919 als explizit antifaschistisch, wurde folglich im Nationalsozialismus verboten und distanziert sich auch heute noch meinungsstark von jeder Form von Nationalismus und Menschenfeindlichkeit.
Auch abseits der politischen Themen offenbarte die Konferenz aber einen erfolgreichen Verlauf. So wurden die umfangreichen Neuwahlen in Rekordzeit absolviert. Als Vorsitzender wurde erneut Johannes Just gewählt, sein Stellvertreter ist fortan Florian Vogl. Die Kasse führt gewohnt verlässlich Konrad Grillmeyer, die Schriftführung liegt in den Händen von Alexandra Zippe. Als Beisitzer im Kreis-Vorstand fungieren die Stadträte Simon Berger (Vilshofen), Katja Reitmaier (Passau), die AWO-Heimleiter Uli Buchberger und Eva Weithmann, außerdem Gertraud Drasch, Gertraud Fuchsberger-Zirbs, Renate Krieg, Monika Höglinger und Antonie Meier-Weinzierl. Revisoren sind der Vilshofener Bürgermeister Florian Gams und Georg Mitterbauer. Abschließend dankt Vorsitzender Just dem Vorstandsteam noch für die verlässliche Arbeit die vergangenen vier Jahre: „Neben der verlässlichen Verbandsarbeit und der stabilen Mitgliederzahlen konnten wir unsere Einrichtungen und AWO-Institutionen vor Ort tatkräftig unterstützen. Darüber hinaus hatten wir aber auch viele Projekte abseits des AWO-Kosmos im Blick und konnten Förderungen in vielen Bereichen realisieren, dafür ein herzliches Vergelt’s Gott!“, so Just.
Foto (Dionys) von v.l. nach h.r.: Vorsitzender Johannes Just, Florian Vogl, Stadträtin Katja Reitmaier, Eva Weithmann, Antonie Meier-Weinzierl, Monika Höglinger, Konrad Grillmeyer, Gertraud Fuchsberger-Zirbs, Uli Buchberger und Stadtrat Simon Berger.